Jonas Deichmann - Übertreibt er mit dem derzeitigen Projekt?

self-Logo 10.07.2024 Isabelle Callet-Molin

Obwohl seine diesjährige Herausforderung für die meisten Leute unglaublich zu sein scheint, finde ich nicht, dass er übertreibt.

Der deutsche Extremsportler ist mittendrin, jeden Tag einen Triathlon Langdistanz, auch bekannt als Ironman (3,8 km Schwimmen; 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen) zu absolvieren und das 120 Tage lang. Damit will der 37-jährige den aktuellen Weltrekord von 105 Tagen brechen. Für die meisten Sportler ist jedoch schon ein Triathlon Langdistanz eine echte Herausforderung. Dieses Unternehmen startete am 9. Mai und endet voraussichtlich am 5. September 2024. Zur Halbzeit des Vorhabens wird Jonas Deichmann mit vielen anderen Athletinnen und Athleten an der Challenge Roth teilnehmen, wobei die Teilnehmenden auch einen Ironman zu bewältigen haben.

Jonas Deichmann hat sich schon vieler solcher Herausforderungen gestellt und diese Art von Extremsport ist einfach sein Ding und er liebt es. Ich finde gut, dass er macht, was er mag und sich dabei nicht zu sehr von anderen beeinflussen lässt. Bei seinem jetzigen Projekt beschränkt er außerdem keine anderen Menschen.

Hier eröffnet sich die Frage, ob das seiner Gesundheit nicht schadet, denn er macht schließlich um die zwölf Stunden Sport pro Tag. Dazwischen muss er noch Essen, weswegen dementsprechend nicht sehr viel Zeit zum Schlafen oder Ausruhen übrig bleibt. Auch wird es bei Müdigkeit schwieriger, den Triathlon in den zwölf Stunden zu schaffen und dann ist die Gefahr groß, noch müder zu werden und in einen Teufelskreis hinein zu geraten.

Doch Deichmann wiederholt immer wieder, auf die Risiken zu achten und das, was er macht stets unter Kontrolle zu haben. Auch hat er bei den Triathlons erstmalig eine Begleitung, die ihn bei der richtigen Ernährung unterstützen sowie einen Physiotherapeuten und ärztliche Aufsicht. Bei vielen anderen seiner Vorhaben hatte er keine Begleitung für solche Dinge und war die meiste Zeit auf sich gestellt. Dieses Projekt kann er allerdings jederzeit abbrechen.

Jonas Deichmann kann mit seinem Projekt aber auch andere Menschen dazu motivieren, mehr Sport zu machen. Während er seine Strecken in Roth schwimmt, radelt oder läuft, begleiten ihn sehr viele Leute für kurze oder aber auch längere Strecken und unterstützen ihn während den drei Disziplinen. Dabei kann er viele Menschen daran erinnern, um was es bei Sport eigentlich geht: Gemeinschaft, Spaß und ein Ziel vor Augen, ganz egal, wie groß es ist. Er kann auch ein Vorbild dafür sein, wenn es um Willenskraft und Ausdauer geht, denn immer nur die gleiche Strecke vor sich zu haben, kann auf Dauer ziemlich eintönig und zäh sein.

Deichmann hat, wie schon erwähnt, vor, einen Weltrekord zu brechen, doch er ist wahrscheinlich nicht der letzte sein, der dies vor hat. Wenn er in den Medien so viel Aufmerksamkeit auf sich und sein Ziel zieht, kann er auch andere dazu bringen, den (vielleicht) neu entstandenen Weltrekord erneut zu brechen und die Challenge noch schwieriger und unmöglicher zu machen. Damit könnte er auch die Gesundheit anderer gefährden.

Doch sein Vorhaben benötigt vor allem zwei Dinge: Unterstützung und Zeit. Diese haben nicht alle Menschen und es würde den meisten wahrscheinlich auch an Geld fehlen. Auch braucht es Erfahrung, um ein solches Projekt zu starten und die, die diese Erfahrung haben, können sich selbst einschätzen, ob sie es schaffen, oder nicht.

Ich finde die jetzige Herausforderung von Jonas Deichmann gut, da er seine Motivation für Sport und seine Willenskraft an uns weiter gibt, dabei aber auch auf die Probleme des Projekts achtet.

Er lebt gerade seine Leidenschaft und steht dabei keinem im Wege. Warum sollte er es dann sein lassen?


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