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Die Retoure - Kundenvorteil oder Gewinnzerstörer?

self-Logo 04.07.2024 Jonnyx, Klasse 9a, Gymnasium Friedrich II

In meiner Klasse hat mittlerweile fast die Hälfte ein Tablet. Ab der neunten Klasse ist das auf unserem Gymnasium erlaubt und auch wirklich praktisch. Deshalb sitze ich nun hier daheim vor dem PC und recherchiere, wie und wo ich mir eines besorgen kann. Kriterium hierfür: Es soll ein nachhaltiger Kauf werden. Also gibt es zwei Möglichkeiten: Second-Hand oder A-Ware, das heißt retournierte Ware. Fündig werde ich auf EBAY. Hier gibt es beides und relativ günstig.
Aber warum ist eigentlich retournierte Ware günstiger, obwohl es sich eigentlich um neue Sachen handelt? Ich freue mich einerseits über diese Preise, werde jedoch andererseits auch stutzig und schaue, woran dies liegt. Im Internet finde ich ein paar Statistiken, Texte, Links, und ich entscheide mich eine Doku anzuschauen. „Jedes vierte Paket wird in Deutschland retourniert“, das heißt zurückgeschickt, heißt es am Anfang der Doku. Das finde ich unglaublich viel und möchte mehr darüber wissen, insbesondere, was eigentlich die Konsequenzen für die Umwelt sind.
Jeder hat schon mal Online etwas bestellt, was ihm oder ihr nicht passte. Um das ausgegebene Geld zurückzubekommen, benutzt man dann die Rücksendemöglichkeit. Den Grund für die Rücksendung angeben, sauber verpacken, Aufkleber drauf und ab zur Post-Station. Ein paar Tage gewartet und das Geld ist wieder da. Einfach, bequem und günstig für jeden?
Die Händler werden hierbei außer Acht gelassen, denn die Retouren stellen eine Belastung für sie dar. Sie müssen die Ware vollständig auspacken und auf Schäden überprüfen, um sie weiterverkaufen zu können. Im Schnitt werden 1% der Waren, welche zu sehr beschädigt wurden, sei es durch Transport oder Benutzung, entsorgt oder landen bei Schrotthändlern. 93% der Waren können als A-Ware wieder auf den Markt gebracht werden. Durch die Abnutzung beim Transport muss der Preis allerdings wegen Qualitätsverlust heruntergesetzt werden. Natürlich kommt damit ein Gewinnverlust auf die Händler zu. Durch Corona wuchs die Nachfrage an Online-Bestellungen rasant an. Viele Händler mussten zudem in den Online-Handel einsteigen, um ihre Kosten decken zu können, was zu einem erhöhten Angebot führte. Zur Verhinderung einer starken Preissenkung wird der Online-Handel attraktiver gemacht, um das Angebot gering zu halten. Ein Beispiel ist die kostenlose Rücksende-Funktion, die ca. neun von zehn Händler anbieten aus Angst viele Kunden zu verlieren. Diese Angst ist auch ein Hauptgrund, weshalb wenige eine Veränderung herbeiführen wollen. In Deutschland geben Händler ihren Kunden im Durchschnitt mehr Zeit für das Zurücksenden als im Rest von Europa. Deutschland ist im Vergleich zum sonstigen Europa viel nachsichtiger bezüglich der Retouren, jedoch produziert allein Deutschland mit 1,3 Milliarden Retouren jährlich (Tendenz steigend) ca. 795.000 Tonnen CO2; das ist so viel, wie 6,6 Millionen Autos auf der Fahrt von München nach Hamburg ausstoßen. Der Großteil der zurückgesendeten Waren besteht aus Kleidung und Schuhen, danach kommen Elektrogeräte und andere Gegenstände. Am wenigsten werden Nahrungsmittel zurückgesendet.

In Zukunft will ich genauer hinschauen, wenn ich online Einkaufe: indem ich mir die Beschreibungen vollständig durchlese, auf Seiten gehe, die Retouren anbieten, schaue, was ich wirklich brauche, und möglichst nichts zurücksende. Auf diese Weise möchte ich den Verkäufern die Last verringern, welche von den Retouren kommt, und erziele als Nebeneffekt geringere Ausgaben für mich. In der Zeit meiner Recherche und während ich bewusster online einkaufte, erfuhr ich viel mehr über die Produkte und bekam ein besseres Gewissen, das ich mir auch weiterhin erhalten möchte. 


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