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Wildtier-Tourismus

self-Logo 04.07.2024 mia, Klasse 9a, Gymnasium Friedrich II

 

Steht die Unterhaltung von Menschen über dem Tierwohl?

 

Der wachsende Markt an Tourismus bringt viele Konsequenzen mit sich. Jedoch kommt es auf die Art und Weise der Umsetzung an, ob es sich um einen nachhaltigen Tourismus handelt oder nicht.

 

Streicheln von Wildtieren, Fotos mit Wildtieren, Reiten auf Wildtieren, Shows und Vorführungen mit Wildtieren und vieles mehr wird oft nicht ausreichend hinterfragt. Viele Menschen unterstützen diesen Massentourismus, da ihnen nicht bewusst ist, welche Auswirkungen dies auf die Tierwelt hat, oder es ihnen egal ist. Die meistverbreiteten Möglichkeiten in Kontakt mit freilebenden Tieren zu treten sind Safaris und Nationalparks.

 

An erster Stelle muss man beachten, dass es sich hier um keine Gefangenschaft handelt, sondern die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben, denn viele Reisende wollen das natürliche Verhalten der Wildtiere in der freien Wildbahn beobachten können. Hinzu kommt, dass diese Lebensräume unter Schutz stehen und somit keine Abholzung möglich ist, genauso wie in Schutzgebieten keine Ausbeutung herrscht und jedes Tier gefahrlos leben kann. Nicht vergessen werden darf die Schaffung der Arbeitsplätze und eine dadurch entstehende wichtige Einnahmequelle für die Einheimischen. Um die Besichtigungen möglichst angenehm für die Wildtiere zu gestalten, erstellt jedes Unternehmen verschiedene Maßnahmen. Einhalten von Regeln zum Schutz für Tiere und die Natur ist eine einzuhaltende Maßnahme. Selbst die Tourguides haben meist großes Verständnis für das Tierwohl und treten nur in Notfällen mit ihnen in Kontakt wie zur tiermedizinischen Versorgung.

 

Dennoch kommt die Chance auf ein schönes Tierleben immer auf das Unternehmen selbst an und darauf, wie man dort mit den Vorschriften umgeht. Andererseits kann nämlich der nachhaltige Wildtiertourismus schnell in einen Massentourismus umschwingen. An erster Stelle wird die weitere Beschaffung der Tiere zu einem Problem, denn die Jungtiere werden gefangen gehalten, nachdem sie ihren Müttern entrissen wurden, welche meistens anschließend von Wilderern getötet werden. Ein Großteil dieser Waisen stirbt kurz danach oder während der Aktion. Eine Gefahr für den Tierschutz ist also vorhanden. Besonders zu betonen ist, dass dieser (direkte) Kontakt mit Menschen, vor allem in großen Gruppen, oder die Verfolgung auf Wägen sowie wenige Rückzugsorte enormen Stress für die Tiere bedeuten und somit eine dauerhafte Störung und auch eine gegenseitige Krankheitsübertragung möglich ist. Durch ihren Überlebensinstinkt kann es zu Konflikten kommen, welche im schlimmsten Fall tödlich für Mensch oder Tier enden können. Darüber hinaus kann bei der Zähmung von Wildtieren wieder eine Gefahr für Mensch und Tier bestehen, da sie ihre Scheu verlieren und verlernen sich selbst Nahrung zu beschaffen. Durch die Touristen können oft Beschädigungen und Beschmutzungen des Lebensraums auftreten. Viele bemerken dieses Tierleid auch gar nicht oder zu spät, denn die unkritische Darstellung in den sozialen Netzwerken verbirgt oft die Wahrheit.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Tourismus mit freilebenden Wildtieren viele Chancen, aber auch Risiken mit sich bringt. Für einen tiergerechten Tourismus müssen die Reisenden verantwortungsbewusst darauf achten, welche der angebotenen Aktivitäten sie unterstützen. Bei Zweifel sollte dies hinterfragt oder gar abgelehnt werden, denn Tierfreunde handeln stets im Sinne der Wildtiere. Bei Missständen sollte man nicht wegschauen, sondern sich für tiergerechtes Leben einsetzen. Der Tierschutz fängt beim Menschen an.

 

 

 


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