Schülerartikel

Anna-Lena Schmidtpeter | Luisengymansium | 9 | München | 28.07.2017

„Unser Prinzip heißt Einfachheit“

Das Credo des weltweit größten Lebensmitteldiscounter

Sebastian Theiling musste sich seinen Führerschein selbst verdienen. Dafür hat er als Minijobber bei Edeka gearbeitet. Als er merkte, dass ihm der Einzelhandel Spaß macht, wollte er eine Lehre machen und hat bei Lidl angeheuert. Ausbildung, duales Studium, Filialleiter, Verkaufsleiter, Vertriebsleiter, Auslandsaufenthalte – seit 2016 ist der 37-Jährige Geschäftsführer der Lidl-Zentrale in Anzing und Herr über 2300 Mitarbeiter. Schüler: Wodurch unterscheidet sich Lidl von anderen Discountern? Sebastian Theiling: Durch Qualität, Frische, Sauberkeit und freundlichen Umgang mit den Kunden. Das ist unser Viersäulenprinzip. Außerdem stehen wir in engem und ständigem Kontakt mit unseren Mitarbeitern. Wir sind immer offen für Neues. Wir erweitern unser Sortiment laufend und achten genau darauf, dass viele Qualitätskontrollen stattfinden. Außerdem legen wir großen Wert auf unsere Warenverfügbarkeit. In diesem Zentrallager, hier, das für unsere Verhältnisse mit 32000 Quadratmetern relativ klein ist, werden die Lkws beladen, die unsere90Filialen der Regionalgesellschaft Anzing beliefern. Um die Umwelt zu schonen, versuchen wir den Raum in den Lkws möglichst gut auszulasten. Wir denken aber auch über Elektro-Lkws nach. Wir wollen auch unsere Filialen möglichst modern gestalten. Dafür haben wir eine eigene Immobilienabteilung, die für Renovierungen unserer Gebäude und Architektur der Neubauten zuständig ist. Was sind Ihre Unternehmensziele für das 21. Jahrhundert? Wir schreiben seit 40 Jahren Erfolgsgeschichte. Bereits1989habenwirunsere erste Filiale in Frankreich eröffnet, 1999 haben wir die ersten Scannerkassen eingeführt, dann Frischfleisch und Bäckereien. In Zukunft wollen wir weitere Innovationen anstoßen und unsere bisherigen Konzepte optimieren. Ich sage immer wieder: Wir entdecken nur dann Neues, wenn wir eingetretene Pfade verlassen. Das heißt, wir müssen auch einmal Risiken eingehen, dabei aber immer zukunftsorientiert bleiben. Mitte Mai 2017 haben wir zum Beispiel unsere erste Filiale in den USA eröffnet. Es ist zwar immer ein gewagter Schritt, eine neue Filiale im Ausland zu eröffnen, aber wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, dann müssen wir uns in unbekannte Gewässer vorwagen. Vor einigen Jahren war es noch undenkbar, dass bei Lidl frisch gebackenes Brot angeboten wird. Heute ist das selbstverständlich. Ebenso das kontaktlose Bezahlen und das Zahlen mit Kreditkarten. Auf welchem Konzept begründet sich Ihr Erfolg? Auf Einfachheit. Sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter. Einfachheit ist das A und O im Betrieb. Wir versuchen, möglichst effiziente Prozesse umzusetzen, um das Einkaufen bei uns simpel und angenehm zu gestalten. Einen weiterer wichtiger Punkt ist natürlich auch unser Preis- Leistungsverhältnis. Oft führen wir Aktionen durch, die uns die Möglichkeit geben, Aktionsware zu reduzierten Preisen zu verkaufen. Außerdem entwickeln wir unser Sortiment kontinuierlich weiter. Auch auf unser Qualitätsmanagement legen wir großen Wert. Wir achten sehr genau darauf, dass Kühlketten oder Hygienevorschriften eingehalten werden. Einmal pro Woche sind daher unsere Vertriebsleiter in den Filialen. Welche Rolle spielen Ihre Mitarbeiter? Eine sehr große. Unsere Mitarbeiter sind nämlich diejenigen, von denen wir am meisten lernen können. Denn sie haben täglich den direkten Kontakt zu unseren Kunden. Wenn Mitarbeiter eine Idee zur Verbesserung einreichen, wird diese geprüft, getestet – und je nach Ergebnis des Tests auch umgesetzt. Ohne unsere Mitarbeiter wären wir längst nicht da, wo wir jetzt stehen, und es sind auch unsere Mitarbeiter, auf die sich in Zukunft unser Erfolg gründen wird.



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