Schülerartikel

Zoé Schmidt, Moritz Beck | Otto-Hahn-Gymnasium | 12 | Tuttlingen | 15.03.2017

Schülertext zu "Süßes Gift"

Leserbrief zu Anke Hassels Bericht über das bedingungslose Grundeinkommen vom 8.2.2017

Sehr geehrte Frau Anke Hassel, In Ihrem in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Kommentar „Süßes Gift“ bezüglich des bedingungslosen Grundeinkommens, beziehen Sie sich auf die sehr aktuelle Debatte, ob die Einführung des Grundeinkommens für Deutschland vertretbar ist oder nicht. Sie erwähnen dabei, dass das Grundeinkommen die Gesellschaft weiter spalten würde und die soziale Mobilität verhindere. Im Weiteren fehle dem BGE die gesellschaftliche Legitimation und es würde den Flüchtlingsstrom nicht mindern. In diesen Punkten können wir Ihnen weitgehend zustimmen. Ihrer Argumentation bezüglich des aufgrund des BGE wachsenden Einwanderungsstroms ist hinzuzufügen, dass für die Bundesrepublik Deutschland aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise eine weitere Migrationswelle nicht zu verkraften ist. Deutschland befindet sich aktuell nicht in der Verfassung, die bereits erwähnten neuen Immigranten, aufgrund fehlender Akzeptanz der deutschen Bürger und fehlender Infrastruktur, in die Gesellschaft zu integrieren. Dies würde lediglich weitere gesellschaftliche Konflikte hervorrufen. Ihre Vermutung, dass das BGE die Gesellschaft weiter spalten würde, unterstützen wir. Die bereits bestehenden Differenzen in Schulausbildung und im späteren Berufsleben würden sich zunehmend erweitern, da Schulabbrecher und jetzige Hartz IV – Empfänger weniger Motivation zur beruflichen Beteiligung hätten. Des Weiteren würde eine Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens bereits in der Schule und erst Recht an den Universitäten die Bildungsreize nehmen. Ein Großteil der Bürger würde sich nicht mehr um eine angemessene Bildung kümmern, da er sich auf das BGE verlassen könnte. Deutschland ist nicht mit finanziellem und materiellem Reichtum gesegnet. Das bedingungslose Grundeinkommen missachtet den Aspekt der Leistungsgerechtigkeit. Wenn Erwerbsarbeit eine Art Sklaventum darstellt, dann stellt sich weiterhin die Frage, inwiefern sich die Situation derjenigen verbessert, die nach einer potenziellen Einführung des BGE noch arbeiten. Denn diese müssen mit ihrer Arbeit zusätzlich noch das Grundeinkommen finanzieren. Selbstverständlich klingt eine existentielle Absicherung eines jeden Bürgers auf den ersten Blick nach einer durchgehend positiven Vereinbarung, jedoch wäre eine Einführung aufgrund der bereits aufgeführten Punkte nicht vertretbar. Gerade in der aktuell sehr kritischen Lage der Bundesrepublik Deutschland bezüglich der Flüchtlingskrise und den stetig wachsenden Einwanderungsströmen ist das Grundeinkommen ein falscher Ansatzpunkt, die Ungleichheit in Deutschland zu verringern. Denn obwohl eine finanzielle Absicherung niemandem schaden würde, hat jeder Mensch für sich und seine Familie selbst zu sorgen und sollte sich nicht auf eine staatliche Unterstützung verlassen. Die unrealistische Vision eines „Schlaraffenlandes“, in dem niemand mehr arbeiten muss und das Geld einem geschenkt wird, sollte demnach auch in Zukunft nur eine Vision bleiben! Mit freundlichen Grüßen Zoé Schmidt und Moritz Beck Tuttlingen.



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