Schülerartikel

M. Wuttke, M. Huber; J. Schüller | Montessori Fachoberschule (MOS) | 12 | München | 15.03.2017

Persönlicher Trainer aus dem Smartphone

Eine App, die Trainingspläne errechnet

Sport treiben per App und mit einem elektronischen Trainer. Funktioniert das überhaupt? Und wenn ja wie? Darüber forscht Bettina Schaar, Professorin für Sportmethodik an de rUniversität der Bundeswehr München. Im Mittelpunkt steht das „Für und Wider“ der Apps beim Trainieren. Am Beispiel der von ihr entwickelten App „moveguard“ zeigt Schaar das Trainieren der Ausdauerleistung mit Begleitung eines Smartphones vor. Hierzu wird eine App benötigt und in der Regel ein Herzfrequenzgurt, der dann die Herzschläge pro Minute auf dem Smartphone anzeigt. So kann ein „Über-oder Untertraining“ vermieden werden. Sportarten, die die Ausdauer fördern, wie zum Beispiel Aquafitness, Dauerlauf, Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen können mit Unterstützung einer App erfolgreich angewendet werden. Das Besondere an der vorgestellten Beispiel-App „moveguard“ ist, dass die App, anders als die meisten anderen Apps, Daten nicht nur „trackt“, also nachverfolgt und zählt, sondern einen persönlichen Ausdauertrainingsplan erstellt. Das heißt, dass sie das Trainieren nicht nur während der Trainingseinheit, sondern auch über einen längeren Zeitraum optimiert. So wird einem „Über- oder Untertrainieren“ entgegengewirkt. Ein „Übertrainieren“ hat negative Wirkungen auf den Körper und kommt vor allem dann vor, wenn man- etwa aufgrund guter Vorsätze wie „Jetzt will ich aber endlich fit werden!“ - zu viel des Guten auf einmal wolle, erklärt Schaar. Der Effekt sei meistens, dass man aufgrund nachfolgender Beschwerden das Training wieder aufgebe. Und so funktioniert Training mit der App: Die Nutzer geben zunächst ihre persönlichen Daten, wie Gewicht, Körpergröße, Bauchumfang, Alter, Ruhepuls ein. Je nach Datenlagen werden Sportarten, die die Ausdauerleistung fördern, etwa Dauerlauf, Nordic Walking, empfohlen. Hat jemand Einschränkungen, wie Arthrose, kommen schonende Ertüchtigungen wie Aquafitness oder Schwimmen infrage. Abhängig davon, wie oft und intensiv die Benutzer trainieren, macht die App Vorschläge zur Optimierung der sportlichen Aktivitäten. Kritisch wurde von uns bewertet, dass die in der App verwendeten Sportarten eher für Erwachsene zwischen 30 und 70Jahren gedacht sind und weniger für Jugendliche. Das Thema trieb uns auch nach dem Recherchetermin noch in der Schule um. Es gab auch Stimmen in der Klasse, die dem Thema sehr kritisch gegenüber standen: Einige Schüler meldeten datenschutzrechtliche Bedenken an, andere wiederum waren der Überzeugung, unser Leben werde ohnehin schon sehr stark von elektronischen Geräten beeinflusst - man müsse nicht auch noch einen Lebensbereich optimieren, der dem Freizeitbereich zuzurechnen ist.



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