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Wenn der Mülleimer schneller wächst als wir

self-Logo 09.12.2025 Ida Möllenberg

Es beginnt ganz harmlos: Ein Klick, ein Paket, ein kurzer Moment Glück. Wie ein  Zauberhut spuckt der Paketbote täglich neue Dinge aus die wir gestern noch nicht kannten und morgen schon nicht mehr brauchen. Und während sich unsere Wohnungen füllen, leert sich etwas anderes: das Gefühl genug zu haben.

Überkonsum bedeutet, dass wir Menschen mehr kaufen und verbrauchen als wir eigentlich brauchen. Dieses Verhalten sieht man heute sehr oft. Viele von uns besitzen mehr Kleidung, mehr Technik als wir eigentlich nutzen. Warum ist das so?

Wir leben in einer Zeit, in der Produkte schneller kommen, als wir sie auspacken können, und schneller kaputtgehen, als wir „Nachhaltigkeit“ sagen können. Der Konsum verspricht Identität, Lebensgefühl, Zugehörigkeit, doch das Versprechen löst sich auf, sobald wir es in den Händen halten. Also jagen wir dem nächsten Produkt hinterher, wie ein hungriges Tier im Hamsterrad.

Ein wichtiger Grund ist die Werbung. Sie zeigt uns täglich, dass wir etwas Neues brauchen, um glücklicher, schöner oder erfolgreicher zu sein. Oft stimmt das aber nicht. Trotzdem entsteht das Gefühl „Ich brauche das“. Ein weiter Grund ist, dass Vieles sehr billig geworden ist. Kleidung z.B. kann man oft für wenig Geld kaufen. Dadurch kaufen wir eher Neues, statt etwas zu reparieren oder länger zu benutzen. Was oft vergessen wird ist, dass Überkonsum einen hohen Preis hat. Diesen Preis zahlen nicht nur wir, sondern die ganze Welt.

Ein Punkt ist die Umwelt, die stark darunter leidet. Für Jedes Produkt braucht man Rohstoffe, Energie und Wasser. Wenn wir ständig Neues kaufen, müssen Firmen immer mehr produzieren. Was zur Abholzung, Luftverschmutzung und riesigen Müllbergen führt. Viele dieser Müllberge landen in Ländern, die sowieso schon mit Umweltprobleme kämpfen. Viele Produkte entstehen unter schlechten Arbeitsbedingungen. Menschen arbeiten für sehr wenig Geld damit wir billige Kleidung oder Technik kaufen können. Überkonsum belastet auch uns selbst. Wir jagen Dingen hinterher die wir eigentlich nicht brauchen.

Wir glauben Glück in neuen Produkten zu finden und verlieren dabei oft den Blick für das was wirklich zählt. Weniger zu kaufen bedeutet nicht, schlechter zu leben. Im Gegenteil: Es kann bedeuten, bewusster zu leben. Platz zu schaffen für Qualität statt Quantität, für Erlebnisse statt Dinge,  für ein Leben, das nicht vom Warenkorb gesteuert wird.

Überkonsum ist nicht nur ein persönliches Problem, sondern ein gesellschaftliches.

Natürlich können wir nicht von heute auf morgen perfekt nachhaltig leben. Aber wir können anfangen bewusster zu kaufen.

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https://www.infosperber.ch/gesellschaft/uebriges-gesellschaft/slow-fashion-statt-fast-fashion-ein-weg-aus-der-textilkrise/

Promedia Maassen
19.12.2025 10:10 Uhr
Liebe Ida, du hast vollkommen recht: gerade wenn alle erwarten, ein 3‑Euro‑T‑Shirt kaufen zu können, geraten diese Erwartungen in eine Art Teufelskreis, aus dem wir nur schwer wieder herauskommen. Dein Beitrag zeigt sehr anschaulich, wie Überkonsum zu selbstverstärkenden Gewohnheiten führt und regt zum Nachdenken an. Gerade in der näher rückenden Weihnachtszeit, in der Konsum und Konsumdruck besonders spürbar sind, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was wir wirklich brauchen und was nur Gewohnheit ist. Liebe Grüße vom Promedia Maassen Team

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