VR im Unterricht
Virtual Reality, kurz VR, ist im Bereich der Bildung ein umstrittenes Thema. Pro und contra, Aussage gegen Aussage stehen sich gegenüber. Wir berichten.
Eine Realschule erzählte auf schule-in-bayern.de von ihren Erfahrungen an einem von vielen Pilotprojekten. Ein externer Anbieter lieh eine Woche 16 Brillen für knapp 200 Schülerinnen und Schuler aus. Diese Brillen nahmen die achten und neunten Klassen auf eine Reise von Neuburg nach Köln in nur wenigen Sekunden mit, auf eine Rundum-Tour durch den Dom. Die Lehrer stellten verschiedene Arbeitsaufträge, die die Schüler in Kleingruppen lösen sollten.
bpd.de nach gibt die BBC-App Civilications digitale Einblicke durch den Bildschirm frei, diesmal auf verschollene Artefakte untergegangener Kulturen. Diese dreidimensionalen Modelle lassen sich in Sekundenschnelle auf den Boden, an die Wand oder durchs Klassenzimmer fliegend projizieren.
Anbieter wie zum Beispiel Google Expeditions wurden, laut Wikipedia, exklusiv für die Bildung entwickelt; so solle man "den Grand Canyon erkunden, das Guggenheim-Museum besuchen, im Amazonas paddeln oder vor den Galapagos-Inseln tauchen" können - billig, einfach, schnell. Expeditions ist für schulische Zwecke kostenlos, und so kann man sich einen teuren Klassenausflug zum Europaparlament wortwörtlich sparen. Auch durch den Gebrauch können wir (nach den Tabletklassen) einen weiteren digitalen Fortschritt verzeichnen und ein Vorbild für andere Schulen werden, damit auch diese die Bildung in die Digitalisierung einbeziehen.
Doch wie immer gibt es eine Kehrseite der Medaille: Trotz kostenloser Kurse halten diese sich nicht unbedingt am Lehrplan des jeweiligen Bundeslandes fest. Lehrer der vorhin genannten Realschule berichten auf schulen-in-bayern.de, dass die Inhalte sich nicht komplett mit dem Lehrplan decken wurden. Der größte Nachteil waren die Kosten der Brille, im Gegensatz zu den Tablets werden diese noch nicht vom Freistaat Bayern nicht bezuschusst. Die Kosten der Meta Quest 3S, die aktuell billigste und preiswerteste VR-Brille, liegen bei etwa 399 Euro. So müsste die Schule höchstwahrscheinlich einen Klassensatz Brillen kaufen, statt jeden Schüler einzeln zu versorgen. Wie bei der Realschule mussten sich die Schuler auch in Gruppen aufteilen, um möglichst wenige teure Brillen kaufen zu müssen.
Trotz allem, Virtual Reality im Unterricht ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Verschiedene Pilotprojekte von digitalbegeisterten Schülerinnen und Schülern haben gezeigt, dass nicht nur die Schüler, sondern auch Eltern und Lehrer begeistert sind. Vielleicht werden die jüngeren Leser hier noch den nächsten digitalen Meilenstein erleben können!